Drei Tassen sind Ostfriesenrecht
In Ostfriesland hat das Teetrinken feste Regeln. Zuerst kommt ein großes Stück Kluntje, also Kandis, in die Tasse. Darauf gießt man den Tee, der mindestens fünf Minuten gezogen hat. Knackt der Kandis, war der Tee heiß genug.
Dann folgt die Sahne. Sie wird mit einer kleinen Kelle am Tassenrand eingegeben, gegen den Uhrzeigersinn. So entsteht das Wulkje, das Sahnewölkchen. Umgerührt wird nicht. Man trinkt sich durch drei Schichten: Sahne, Tee, Kandis.
Drei Tassen gelten als „Ostfriesenrecht“. Wer genug hat, stellt den Löffel in die Tasse. Sonst schenkt der Gastgeber einfach nach. Seit 2016 steht die Ostfriesische Teekultur im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.